Montag, 17. Juni 2013

Satinangorafasern

Vor ein paar Wochen hab ich ja versprochen zu zeigen, wie ich die Satinangoras zupfe und die Faser dann zum Spinnen vorbereite. Zur Zeit ist es mal wieder soweit,  die Kaninchen müssen gezupft werden und so habe ich die Tage mal Bilder gemacht:

Das Zupfen geht recht einfach und die Jungs sind da auch ganz entspannt. Ich mache aber auch immer nicht so lange, damit sie nicht ungeduldig werden. Lieber auf ein paar Tage verteilt, das ist besser. Wenn das neue Fell schon lang genug ist, lassen sich die Fasern leicht herausziehen.




Was wir alle drei nicht so mögen, ist die "Unterbodenpflege", aber das muss auch sein. Zwischen den Läufen nisten sich gerne mal Filzknoten ein. Hier ist also vor allem Filzkontrolle gefragt und das Zupfen des Brustfells. Die Filzknoten schneide ich dann mit einer kleinen Schere raus.

So sehen dann die Fasern frisch gezupft aus

hier sind sie im Einweichwasser (mit Essig und Spüli)

und das ist das seidig schimmernde Ergebnis nach dem Färben

Zum Verspinnen kardiere ich die Satinangorafasern zusammen mit BFL und Seide. Pur wäre mir das entschieden zu warm. Es ist unglaublich, wie warm Satinangora ist, trotzdem ich es immer sehr sehr dünn ausspinne. Da Satinangora durch das Zupfen keine Schnittkante hat, lässt es sich gut verspinnen und es hat gegenüber dem normalen Angora den großen Vorteil, dass es nicht fusselt. Weder beim Verspinnen, noch beim Stricken, noch beim Tragen des Strickteils.

Und so sieht das Ganze dann verstrickt aus (Garnfoto habe ich leider keines gefunden). Das Tuch wiegt gerade mal 60 Gramm.

Und auch das haben die Jungs gerne

Euch allen eine schöne Sommerwoche (wenn man denn dem Wetterbericht glauben darf).





Kommentare:

  1. Danke für diese Lehrstunde. Sehr interessant. Das hört sich nach einem sehr kuscheligen Garn an.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. Was für ein Post! So eine Entstehung von der Wolle bis zur Vollendung des traumhaften Tuches zu sehen, ist wirklich sehr interessant.Danke!
    Liebe Rosaliegrüße

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  3. Da bekomme ich schon beim Zusehen Lust, mir so eine leichte wärmende Hülle umzulegen :-)
    Und die Farben, seufz . . .
    LG
    Sabine

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  4. Ich scheue mich ja immer vor Angora, weil ich mal gesehen habe wie scheußlich die Tiere gerupft werden. Aber bei dir sieht das toll aus, richtig genüsslich. Solche Wolle würde ich auch mit Begeisterung tragen.

    LG

    Sylvia

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  5. Danke für den interessanten Bericht. Wenn man sich das so vor Augen führt, wie viel Arbeit in dem fertigen, wunderschönen Strickstück steckt, bekommt das einen ganz neuen Wert. Kein Vergleich, zum Industriegarn.

    LG Manuela

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  6. Ich beneide Dich. Um die Kuschelstunden und das Besondere. Ich würde gerne mal durch das Internet hindurch fühlen. LG Ate

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  7. So ein liebevolles Zupfen und Ernten - deinen Häsachen geht es gut! Und die Unterbodenpflege - naja, das eine will man, das andere muss man. Häschen und Fasern sehen wunderschön aus!

    Lieben Gruß, Marion

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  8. Oh schön, da sehe ich Deine kleinen Mitbewohner auch mal... Die sind ja hübsch!!
    Ganz liebe Grüße
    Manu

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  9. Da habe ich jetzt auf sehr schöne Weise wieder viel dazu gelernt. Danke für diese Bilder.
    ( Da fällt mir ein, ich wollt doch Rudi heute auch noch kämmen..., allerdings verwende ich seine Wolle nicht ).
    Herzlich Angela

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  10. Wow das sieht ja toll aus, das Tuch !!!
    Ich liebe es wie das Kaninchen so ruhig
    da auf dem Schoss sitzt ! Ha, wie ich
    Kaninchen kenne haben die das meistens
    nicht so gerne ..... ;-)
    Danke für die wunderschöne Vorführing ;-)

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  11. Was für eine herrliche Mensch- Tier Symbiose, liebe Melanie ! Danke dass du das mal so zeigst wie das geht. Ich lasse mich da mal nicht anstecken und schaffe mir auch welche an, denn die Wolle und deinen Beschreibung klingen sehr verführerisch und dass sie super wärmt das glaube ich sofort. Was für ein edles Tuch - wie so einen wärmenden Windhauch stelle ich mir das vor! Wie lange sitzt du denn da so ungefähr bis ein Tier seine Wolle los ist ? Herzliche Grüße Anke

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