Montag, 29. Juli 2013

Wollig Hoch 3

ist dieser Post, wie versprochen.

Trotz Hitze bin ich zur Zeit oft am Spinnrad, ich hab gerade einfach so richtig viel Spinnlust. Darum kann ich heute drei neue Garne zeigen:

No. 5 - BFL mit Sojaseide, ca. 200 g, Lauflänge ca. 670 m (2-fach Zwirn)



Nummer Zwei ist aus Chubut-Wolle, die ich neulich bei Wollknoll entdeckt habe. Kommt aus Argentinien, sprich der Region Chubut und ist angeblich mulesingfrei. Ich hab die Variante extrafein mit 19,5 mic bestellt und bin mit dem Ergebnis sehr glücklich. Die Faser ließ sich wunderschön verspinnen, hat als fertiges Garn einen ganz feinen Schimmer und ist soooo weich.

Dschungelgrüne Topffärbung, 100 % Cubut, ca. 260 g, Lauflänge ca. 760 m





Und das dritte Garn im Bunde ist aus zwei Kammzügen meiner Alpenveilchen-Färbung entstanden. Ich hab ein Dick-/Dünn-Garn gesponnen und mit hellgrauem Lace-Garn spiralig verzwirnt.

Alpenveilchen, 50 % BFL, 50 % Milchseide, ca. 600 g, Lauflänge ca. 675 m






Das war doch jetzt wirklich sehr wollig oder? 

Ich wünsch euch eine schöne Sommerwoche. Bei uns ist heute nachmittag Schulfest angesagt. Madeline hat dort eine große Rolle im Theaterstück und ich bin schon sehr gespannt (und deutlich nervöser als sie). Und Schwammweitwurf wollte ich auch schon immer mal machen ;-))


Freitag, 26. Juli 2013

Rohwolle waschen

Zu diesem Thema hat ja jeder seine eigene Meinung und ich hab auch schon verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, mit mehr oder weniger Erfolg.

Da ich am Montag mein erstes Lockenpaket bekommen habe (weitere werden hoffentlich folgen), habe ich den Profiheimwerker meines Vertrauens (sprich meinen Papa) gebeten, mir ein Lockenwaschsieb für die Badewanne zu bauen.

Hat er wunschgemäß und ganz wunderbar gemacht und so konnte ich dann gleich loslegen - das Wetter bietet sich ja gerade mehr als an.


Die schmutzigen Locken kommen im Fliegengitter auf das Sieb und werden dann mit der Handbrause und gut warmen Wasser vom ersten groben Schmutz befreit. Ist immer wieder spannend, was da für eine Brühe runterläuft. Wenn der erste Schmutz weg ist (und dabei sortiere ich auch schon ein bißchen aus), weiche ich die Locken in einem großen Plastikbottich mit ganz viel Shampoo ein. Bei normaler Verschmutzung reicht ein Durchgang, ist gar zu viel Sch... in der Rohwolle, gibt es noch eine zweite Shampoopackung. Anschließend kommen die Locken wieder auf das Badewannensieb, werden abermals mit der warmen Handbrause schonend aber gründlich gespült und dann geht es ab auf den Wäscheständer.

Das Ergebnis sieht dann so aus:



Nur wie ich die sehr verklebten Spitzen der krisseligen BFL-Locken sauber bekomme, habe ich noch nicht herausgefunden. Die trotzen hartnäckig der Handbrause und dem Shampoo. Falls da jemand einen heißen Tipp hat - ich wäre sehr dankbar.

Was passiert gerade sonst noch? Vorgestern hatte ich lieben Besuch aus BaWü und wir haben einen Nachmittag rund um die Wolle verbracht. Hier z.B. beratschlagen die Damen gerade, wie sich ein gewebter Schal (der für mich Weichbieber nicht kuschelig genug am Hals ist) am besten in einen Hüftgoldwärmer verwandeln lässt. War echt lustig (und nein, das Video dazu stelle ich hier nicht ein, das wäre dann doch zuviel) und ich freu mich schon auf unseren Spinntreff am Samstag, wenn wir uns wieder treffen.




Das weniger Schöne an der Hitze ist, dass unser Rasen langsam aber stetig vertrocknet. Gießen fange ich gar nicht an, das wäre viel zu viel Fläche und außerdem wurde von der Gemeinde zum Wasser sparen aufgerufen (läuft ja schon genug Wasser an den Locken runter). Heute hab ich dann inmitten der ganzen Trockenheit das da entdeckt:




Und nochmal von ganz nah:




Das nenn ich wahrlich tapfer.

Und zum Schluß noch ein Bild von einem Getreidefeld, das jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit mein Herz erfreut, wenn es in der Morgensonne so unglaublich golden glänzt:




Das war jetzt heute mal so ein richtiger "Plapperpost". Das nächste Mal gibt es dann wieder ein wolllastigeren Eintrag, versprochen ;-)


Dienstag, 23. Juli 2013

Eure Begeisterung

für die Hexenjacke hat mich riesig gefreut. Ganz herzlichen Dank für die zahlreichen Kommentare. Für mich ist das ja mit der Näherei nach wie vor eine unheimliche Sache und darum hab ich mich gar so sehr über eure netten Worte gefreut.

Für eine Schafhalterin im Münsterland habe ich einen Lockenschal von ihren Schafen in Wunschfarben gemacht. Eigentlich ja so überhaupt nicht meine Farben und darum bin ich vom Ergebnis angenehm überrascht. Hätte nicht gedacht, dass Rottöne und Grau auf Locken doch gut aussehen.



Die Farben kommen auf Foto 2 und 3 dem Original am nächsten, Foto 1 ist zu blaustichig.

Aus den restlichen (zu kurzen) Locken habe ich Mohnblüten auf einen Leinenschal gefilzt. Wo ich doch den Embellisher schon mal ausgepackt habe ;-)





Und beim nächsten Post werde ich von der superdupergenialen Umsetzung einer meiner Ideen durch meinen Vater berichten. Ich bin hell begeistert, ich sag nur: Locken.

Freitag, 19. Juli 2013

Quitschglücklich, stolz wie Oskar

und gleichzeitig sehr dankbar für das "Glück der Dummen", kann ich heute meine erste gewebte Jacke zeigen.


Aber der Reihe nach:
Auf der Suche nach einem bestimmten Schal, ist mir die "Waldhexenstola" in die Hände gekommen, die schon länger in einer Kiste und im Lädele ein einsames Dasein fristet.



Ich hatte wohl einen extrem mutigen Tag und so kam mir die Idee, die Stola in eine Jacke zu verwandeln. Ein passender Walkstoff war im Vorratsschrank schnell gefunden, und so hab ich munter meinen Embellisher aus dem Dornröschenschlaf geweckt, Schnnittkanten gefilzt, mit der unscharfen Bastelschere (die Stoffschere war im Nirwana des Kinderzimmers verschwunden) frei Schnauze aus dem Walkstoff Ärmel zugeschnitten, Schulterkanten genäht, auf das Kind gewartet, damit es die langen Nähte mit der Maschine näht (was es aufgrund der verschwundenen Stoffschere auch klaglos sofort getan hat), die Ausschnittkanten umgenäht und eingehäkelt, zufällig passende Kokosnuss-Knöpfe in der Knopfkiste gefunden und angenäht, Knopflöcher gefilzt und umstickt und (Atem holen) dann war sie fertig.






Ich freu mich 'nen Keks, denn sie passt tatsächlich auch noch. Was wirklich ein Wunder ist, bei meiner stümpferhaften Vorgehensweise. Jede Näherin hätte sich die Haare gerauft, wenn sie mich auf dem Fußboden hätte rumschnippeln sehen, mit einer Wollschnur hab ich Pi x Daumen die Ärmellänge ausgemessen usw. usw., mehr ins Detail möchte ich gar nicht gehen ;-))

Und vor lauter Freude nochmal ein Bild (das allerletzte, ehrlich ;-))


Vielen Dank für eure Kommentare zum herbstlichen Corespun. Mich lachen schon die ganze Zeit meine restlichen 3 Batts von Claire an. Aber erst muss noch ein Lockengarn fertig werden und dann wartet ein Chubut-Kammzug aufs Testspinnen. Aber danach, da werden die Batts vercorespunt.

Euch allen ein schönes Sommersonnenwochenende, vielleicht mit Zeit für Freibad oder See, Spinnen im Freien, Eisessen ... und was man sonst noch so machen kann bei solchem Traumwetter.

Dienstag, 16. Juli 2013

Noch nicht wirklich passend zur Jahreszeit

... aber trotzdem schön und vor allem kuschelig ;-)

Die zwei Herbstbatts von Claire hab ich im Farbverlauf zu einem Corespun versponnen (nach langer Zeit mal wieder Corespun) und es ist ein unglaublich weiches Garn entstanden. 






Ja und eigentlich hab ich ja selber ziemlich viel Satinangorafasern von meinen Jungs (und der etwas zickigen Dame). Davon hab ich einen Teil eingefärbt und zusammen mit BFL und Seide auf den Handkarden zu Rolags kardiert.





Mit den Handkarden macht mir das deutlich mehr Spaß, als mit der Kardiermaschine. Es geht zwar alles andere als schnell, aber das Ergebnis gefällt mir.  Die Rolags auf den Fotos wiegen zusammen etwas über 50 g, da hab ich noch einiges vor mir. Verspinnen lassen sich die Röllchen ganz wunderbar, hab ich natürlich gleich getestet.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Was mich glücklich macht

Dieser kleine Kerl hier z.B., der seit ein paar Tagen bei uns wohnt. Bei Claudia im Woll-/Gästezimmer hängen zwei seiner Brüder überm Bett und Claudia hat mir dann diesen Link geschickt. So konnte der Regenbogenengel, in den ich mich schon im Internet schwer verliebt hatte und der auf der Rückfahrt von Mönchengladbach schon supergut auf mich aufgepasst hat, ganz schnell hier einziehen. Danke Katja und Claudia!




Oder der Duft und das herrliche Rot der würzigen Walderdbeeren, von denen ich drei Pflänzchen vor ein paar Jahren unter die Fichte gepflanzt habe, als wir in das Haus eingezogen sind. Ich stelle mir gerade die Gartenliege immer in den Schatten der Fichte und wenn ein Windhauch kommt, habe ich die herrlichste Erdbeerduftwolke in der Nase.



Na und das hier sowieso. Mein letztes (und allerschönstes) Wensleydale-Vlies vom letzten Jahr in leuchtenden Meeresfarben:




Dann natürlich auch der Garten, in dem gerade alles üppig blüht (und duftet):







Und dass es Menschen gibt, die sich um einen kümmern, helfen und zu denen man einen ganz besonderen Draht bekommt, auch wenn man sich (bisher) nur übers Internet kennt - gell J?

Glück kann wirklich unglaublich vielfältig sein, mir ist beim Schreiben noch viel viel mehr eingefallen. Aber jetzt genieße ich das Glück eines komplett freien Nachmittags und werde es mir auf dem Liegestuhl (neben den Walderdbeeren) mit einem Strickzeug gemütlich machen und diesen herrlichen Sommertag genießen.

Euch allen auch einen sonnigen und glücklichen Nachmittag.