Donnerstag, 22. September 2016

Das wahr wohl nix - hoch drei

Schon immer bewunderte ich die vielen selbstgenähten Geldbeutel, die mir im Netz über den Weg laufen. Egal ob die Grete von Frau Machwerk, der Wildspitz, die Money-Bag und wie sie alle heißen.

Lang hab ich gezögert, dann hab ich mich endlich getraut und ich bin tatsächlich drei mal gescheitert.

Als erstes hab ich mich an der Mini Money Bag von Keko Kreativ versucht. Wirklich ein tolles E-Book, ich hab alles auf Anhieb verstanden, daran lag es nicht. Auch hab ich wirklich so genau wie möglich gemessen,  geschnitten, gebügelt - und trotzdem ging es schief. Seht selbst:

Also von vorne sieht sie ja noch halbwegs okay aus

aber schon wenn man das Steckschloss öffnet, sieht man den Pfusch



Ich kam mit der Nähmaschine beim Absteppen nicht an dem Unterteil des Steckschlosses vorbei und so ist diese grässliche Steppnaht entstanden.

Außerdem hab ich die Teile nicht sauber zusammengenäht, man sieht es an den Seiten.




Bis jetzt konnte ich mich noch nicht aufraffen, einen neuen Versuch zu starten. Dabei ist das eigentlich ein total süßer Mini-Geldbeutel.

Versuch Nr. 2 war dann die Geldbörse Arved vom Kreativlabor Berlin. Auch hier habe ich die Ratschläge des gut aufgebauten E-Books in den Wind geschlagen und zu dickes Material gewählt (bzw. zu fest verstärkt) und vor allem eine viel zu große Schnalle verarbeitet.

Das Ergebnis war, dass ich die Wendeöffnung im Nachhinein vergrößern musste, das Ganze mit roher Gewalt gewendet habe und das sah man dem Teil dann auch an.





Um wenigstens den schönen RV-Zipper zu retten, habe ich in den RV reingeschnitten.

Versuch Nr. 3 war dann nochmal eine Arved. Auch hier habe ich dickere Materialien als empfohlen verwendet, aber noch genauer gearbeitet, extra den Gummibandverschluss statt Steckschloss gewählt und hier hat mich dann meine Nähmaschine verlassen. Sie hat laufend Stiche ausgelassen, auch an Stellen, die eigentlich überhaupt nicht dick waren. Ich hätte schreien können, so viel Mühle und wieder mal alles für die Katz.






Am besten gefällt mir hier noch die eingearbeitete RV-Tasche, die ist mir relativ gut gelungen. Aber seht ihr die Fehlstiche und wie schief das Ganze ist?

FAZIT: Ich bin zu blöd zum Geldbörsen nähen und meine Anerkennung für Menschen, die das so perfekt können, steigt ins Unermessliche.

Ich hab mir schon überlegt, ob ich diesen Post schreibe und die Bilder zeige, aber das ist nun mal das wahre Leben - nicht alles gelingt und man muss auch seine Grenzen erkennen.

In diesem Sinne und weil ich ja versucht habe, kreativ zu sein um für mich eine Geldbörse zu nähen, traue ich mich heute ganz mutig trotzdem zu RUMS, der großen Kreativparty.

Kommentare:

  1. Du solltest mit dir nicht so stark ins Gericht gehen. Wenn du keine solide Nähmaschine hast, kann das nichts werden. Da sind doch einige Lagen Stoff zu bewältigen! Und bei geraden Nähten gibt es nur eins ÜBEN - ÜBEN - Üben! Und evtl. einen Schmalkantenfuß für deine Nähmaschine!
    LG Monika

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  2. Hallo,

    so ist das manchmal, es gelingt nicht immer alles so wie man sich das vorstellt. Aber gerade deshalb sind wir ja kreative Menschen und machen das Beste daraus, oder versuchen es erneut. Ich schaue auch immer neidisch die verschiedenen, selbst gemachten Geldbörsen an und habe mich auch noch nicht getraut. Aber irgendwann werde ich mein Glück versuchen.

    LG Ilse

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  3. Danke für deine Offenheit :o)
    Du hast es sehr eindrücklich klar gemacht: es gehört mehr dazu, als etwas nur zu WOLLEN.
    Daher nicht hadern und sich klein machen, sondern sich erstmal wieder darauf besinnen, dass man auch echte Stärken hat!
    Bei dir habe ich immer sehr bewundert, mit welchem Geschick und Gefühl du Wolle in wunderbarste Farbharmonien verwandelt hast. ♥
    LG Lehmi

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  4. Hallo,
    ich nähe seit über 30 Jahren. Ich nähe alles gerne, Kleidung, Taschen, Deko, für den Beaglemann... aber Geldbörsen, da hab ich einen großen Respekt davor. Die nähe ich nur, wenn ich ganz viel Ruhe habe, schnell und Geldbörsen, das geht nicht.

    Die Arved durfte ich für Julia probenähen, deshalb kenne ich die Börse ganz gut. Nimm dir die Zeit und nähe nocheinmal, aber nur mit Baumwollstoffen, so wie es im Ebook beschrieben ist. Gut bügeln und dann dürfte nichts schief gehen. Eine solide Maschine ist natürlich von Vorteil, aber auch wenn es kein teueres Markenteil ist, geht es. Wenn deine Maschine das Finale absteppen nicht mag, dann lass es doch einfach bleiben und schließe die Wendeöffnung von Hand. Ich hab das bei meinem Arved auch gelassen. Meine Börse findest du hier: http://saemanns.blogspot.de/2016/07/arved.html

    Ich finde es auf jeden Fall toll, das auch mal nicht so gelungene Stücke gebloggt werden...
    Liebe Grüße
    Sabine

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  5. Moin,
    Du Arme, ich finde es mutig, deine nicht ganz geglückten Geldbörsen zu zeigen, ich stehe mit Geldbörsen auch voll auf Kriegsfuss. Außer mit der von Pattydoo aus SnapPap, die liebe ich ja. Es kann nicht jedem alles liegen. Ich merke für mich, das ich mir immer mehr zutraue was ich vor 2 Jahren nicht gemacht hätte. Irgendwann schaffen auch wir mal ´ne Geldbörse.
    Lieben Gruß,
    Petra

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  6. Genau dazu habe ich neulich so einen tollen, tröstlichen Satz gelesen. Ich kann ihn jetzt nicht exakt wiedergeben, aber er lautete in etwa: "Ich bin nicht gescheitert, sondern ich habe nur einen Weg ausprobiert, wie es eben nicht geht."

    Ich finde es total liebenswert, auch mal Projekte zu zeigen, die nicht so gelungen (oder auch völlig misslungen) sind. Neulich zeigte eine Einrichtungsexpertin die unaufgeräumten, nicht so durchgestylten Ecken ihres Hauses, Wäscheberge und Hundehaare auf den Kissen. Das fand ich auch so supersympathisch.

    Liebe Grüße

    von Birgit

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  7. Nein, nicht Alles gelingt und die Nerven die man dabei läßt - furchtbar.
    Es gibt Phasen, da schnurpst es nur so und dann wieder ist alles schwer wie Steine schneiden.
    Was könnte ich dir raten: der Ehrgeiz wird dir keine Ruhe geben, bis du nicht ein für dich passendes Ergebnis hast, dass weiß ich ; Aber vielleicht machst du keine Minibörse sondern richtig was Großes, - geht auch einfach viel mehr rein.... sofern man ( Frau ) hat.
    herzliche Grüße zu dir und schön durchschnaufen,
    Angela

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  8. Nicht aufgeben... Mein erster Geldbeutel landete auch in der Tonne. Genau aus dem gleichen Grund: zu dicker Stoff! Danach hab ich noch zwei weitere genäht, mit dünnem Stoff & die wurden gut. Also: einfach mal die Tipps beachten und noch mal versuchen!

    LG anna

    P.S.: ich finde es schön, dass es auch anderen mal so geht^^.

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  9. So Rückschläge gibt es immer wieder und ich denke, wenn du einen dünneren Stoff benutzt und Dich genau an die Anleitung hälst, klappt es bestimmt :)

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  10. Mach Dir nichts draus, manche Sachen klappen einfach nicht auf Anhieb! Ich finde es toll, dass Du den Post geschrieben hast! Immer nur perfekte Dinge zu produzieren geht ja auch gar nicht, sonst wäre es ja viel zu einfach und dann langweilig :-) Bei so vielen Lagen Stoff hätte meine Nähmaschine vermutlich schon viel früher gestreikt. Wie das mit dem Wenden bei diesen kleinen Teilen gehen soll habe ich mich auch schon immer gefragt.
    Vielleicht sollte es mal eine Linkparty für die krumm genähten Teile geben, ich hätte da auch noch einiges hier liegen :-D
    Sende Dir ganz liebe Grüße
    Kerstin

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