Donnerstag, 12. Januar 2017

Bridget

Der Arbeitstitel für diese Tasche war "Mehlsackbüdel" oder "Bürobüdel", da sie für's Boro gemacht und nach dem Adventskalendertaschenschnitt "Packs ein" von Farbenmix (der wohl ursprünglich auch "Büdel) heissen sollte) entstanden ist.


Bridget heisst sie nun, weil sie mich beim Nähen an den Rande des Wahnsinns getrieben hat. Ich weiß jetzt, dass ich mich von meiner Nähmaschine wohl trennen werde. Und ich weiß jetzt auch wieso Farbenmix ausdrücklich von Verstärkungen abgeraten hat. Ich habe nämlich verstärkt und zwar kräftig. Weil ich eine Tasche mit so richtig Stand haben wollte. Und sie steht jetzt auch, sogar ohne Füllung.Welche Kämpfe ich dabei mit der Maschine ausfechten musste, verschweige ich hier, denn sonst reg ich mich gleich wieder auf.



Den Taschenschnitt habe ich um 10 % verkleinert, weil sir dann aber etwas zu niedrig war, habe ich oben den Besatz aus Jeans angenäht. Auch innen habe ich den oberen Streifen (also den Tunnelzug) aus Jeans genäht (und beides kräftig verstärkt, mir tun heute noch die Hände woh vom Kordel reinpfriemeln). Auf der einen Außenseite ist eine Jeanspopotasche und ein (sehr verbrauchtes) Jeanslabel. Die Erweiterung nach oben habe ich weggelassen, weil es ja eine Bürotasche und kein Shopper ist.



Auf der vorderen Front habe ich (falls ich mal vergessen sollte, wo ich hin muss) die Koordinaten von meiner Arbeitsstätte aufgeplottet. Ich wollte unbedingt den Mehlsack, den ich 2015 bei der tollen Adventskalenderaktion von Miesi ergattert habe, wirken lassen und darum ist der Plott die einzige Verzierung.



Innen ist ein dunkelblau gestreifter Stoff, der Boden wieder Jeans, die gleiche Popotasche wie außen und eine große Reissverschluss-Tasche sowie ein Schlüsselfinder.



Den Träger wollte ich eigentlich aus dem gleichen Jeansgurtband wie den Umhängeträger machen, aber das Gurtband ist mir um 12 cm verronnen. Also habe ich Jeansträger genäht und beidseitig mit dunkelblauen Lederstreifen verstärkt. Das Aufnähen auf die Tasche selber war die Hölle, ich habe geschwitzt, geflucht, stopp - das wollte ich ja nicht nochmal hochholen.



Fazit: die Tasche gefällt mir, sie ist praktisch, es passt super war rein und auch meine Trinkflasche und mein Handtaschenorganizer machen sich optisch und materialtechnisch echt gut als Partner.



Ich freu mich, dass ich von dem Mehlsack noch was habe und nun begebe ich mich auf die Suche nach einer anderen Nähmaschine. Ins Auge gefasst habe ich die Bernina B530 - hat mit dieser Maschine zufällig jemand Erfahrungen! Mir geht es vor allem ums Nähen von groben Materialien, Leder, übernähen von dicken Nähten, bzw mehreren Lagen etc. Nicht so extreme Sachen näht meine Elna (Excellence 730) echt gut, vor allem kann sie gut mit elastischen Stoffen. Aber das Grobe - da zickt sie gerne mal rum. Ober hat jemand einen Tipp für eine andere Maschine, die das gut packt?

Mein erstes Nähprojekt 2017 verlinke ich natürlich bei RUMS, bei Taschen und Täschchen und beim Mount Denim (den es zum Glück auch 2017 wieder gibt). Bei den nächsten Projekten darf es dann von mir aus gerne etwas geschmeidiger weitergehen ;-)






Kommentare:

  1. Guten Morgen meine Gutste,
    wie wäre es mit einer gebrauchten Industriemaschine?
    Die sind für solche Näharbeiten bestens geeignet.
    Du hast mehr Arbeitshöhe unter der Nadel und auch mehr
    Arbeitsfreiraum beim nähen.
    Ganz lieber Gruß
    Gabi

    AntwortenLöschen
  2. Hi,
    ich habe seit nunmehr 23 Jahren (ach herrje...) meine für dicke Stoffe wirklich super geeignete Maschine: Pfaff "Stretch und Jeans". Da sind an den neueren Maschinen noch viel mehr Stretch-Stiche dran als an meiner und ich habe bisher JEDEN Stoff in mehrfacher Lage super genäht bekommen. Noch nie ist eine Nadel gebrochen, nur an gaaanz dicken Sachen (mehrere Lagen Jeans plus Leder) musste das Handrad benutzt werden. Geklappt hat´s immer. Die kann ich echt empfehlen. Einziger Nachteil: mit ganz feinen Stoffen zickt sie manchmal und wirft Schlaufen. Da ist Feingefühl bei der Fadenspannung gefragt. Habe ich aber bisher auch immer hinbekommen.
    Beste Grüße
    petra

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Melanie!
    Bei der Auswahl der Maschine kann ich dir nicht weiterhelfen ..
    Aber dir schreiben, dass sich für diese Tasche JEDE Mühe gelohnt hat!
    Du wirst garantiert viel Freude damit haben und dich jedes Mal mit Stolz daran erfreuen, dass SIE dich nicht klein gekriegt hat "zwinker"
    Bewundernde Grüsse - Zizi

    AntwortenLöschen
  4. Hallo :)
    Erst mal ein Daumen hoch für die Tasche, die ist superschick :)
    Wir haben für richtig dicke Dinger ne jeansmaschine von Toshiba (über Norma)- vllt ist das ne Option für dich?
    glg die Wollmaus

    AntwortenLöschen
  5. Meine Güte, was für ein Projekt! Aber letzten Endes haben sich Kraft- und Nervenaufwand doch ausgezahlt. Ich finde die Tasche und das gesamte Set genial!

    Liebe Grüße

    von Birgit

    AntwortenLöschen
  6. Wirklich sehr gut kann ich deine Nervenzusammenbrüche nachempfinden. Habe soo viele Parka Steppjacken u.s.w.in Herrengrößen unter der preiswertesten Nähmaschine die wo gibt durchgeschunden....
    Nie wieder! Würde dir auch zu einer Industrienähmaschine raten. Dem Täschle sieht man die Plackerei
    nicht an.
    Herzlichst , Angela

    AntwortenLöschen
  7. Sehr, sehr schönes Flickwerk! Als Jeans-Liebhaberin kriegt man feuchte Augen. :) LG nina

    AntwortenLöschen
  8. Die ist toll geworden. Irgendwie habe ich den Adventskalender letztes Jahr total vergessen.

    AntwortenLöschen